Salzsäumer

Salzsäumer

„Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf Salz.“

Cassiodor, Variae 24 (537/538 n. Chr.)


Bedeutung des Salzes im Mittelalter

Salz war von höchster wirtschaftlicher Bedeutung. Salz diente einerseits zum Konservieren und Würzen von Lebensmitteln, zum anderen als Zahlungsmittel.

Der Salzhandel in Burghausen

Nach einem Privileg Kaiser Ludwigs des Bayern vom 27. April 1345 durfte das Halleiner Salz nur auf dem Wasserweg nach Bayern verschifft werden und frühestens in Burghausen auf Wägen umgeladen oder auf dem Wasserweg weiterbefördert werden.

Von Hallein, Laufen oder Tittmoning durften demnach keine Salzwagen ihren Weg nach Bayern nehmen; die Stadt Burghausen ist berechtigt, an „Leib und Gut“ derer zu greifen, die diese Vorschriften übertreten.

Im 16. Jahrhundert lieferten die Salzschiffe jährlich durchschnittlich 8.880 Tonnen Salz nach Burghausen. Aufgrund dieser Dimensionen zählte Burghausen als Salzhandelsplatz im 16. Jahrhundert zu den bedeutendsten Städten Bayerns.

1594 übernahm der bayerische Herzog Wilhelm V. den Vertrieb des Halleiner Salzes. Damit versiegte die Haupteinnahmequelle Burghausens.

Säumer

Säumer waren Personen, die Lasten auf dem Rücken von Saumtieren über das Gebirge transportierten. Jahrhundertelang beförderten sie vor allem Salz und Wein auf Saumpfaden und über die Pässe der Alpen.

Als Säumer musste man ein Pferd, einen Maulesel, ein Maultier oder einen Ochsen besitzen.

Säumer, die das Salz über Land auf Pferden transportierten, bewältigten am Tag zwischen 20 und 30 Kilometer. Sie konnten Ihre Pferde jedoch maximal mit 150 kg belasten. Zum Transport von 14 Tonnen benötigte man deshalb fast 100 Pferde und mindestens 50 Säumer. Dieselbe Fracht schaffte ein einziges kleines Innschiff mit drei Schiffsleuten.


Quellenangaben: Haus der Bayerischen Geschichte – Salz macht Geschichte
Weisses Gold – Passau – vom Reichtum einer europäischen Stadt

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